Das Screening Programm für Frauen ab 50
Das Mammographie Screening Programm dient der Früherkennung von Brustkrebserkrankungen von Frauen. Alle zwei Jahre wird hierzu eine entsprechende Untersuchung an einem der ausgewiesenen Mammographie-Standorte im Rahmen des Screeningprogramms durch speziell geschultes Personal durchgeführt.
Die Befundung der Aufnahmen erfolgt dann zeitnah durch zwei voneinander unabhängige Ärzte. Diese unabhängige Bewertung, gefolgt von weiteren Abstimmungen im Ärztekreis bei Auffälligkeiten, garantiert ein Höchstmaß an Diagnosesicherheit.
Im Jahr 2002 hat der deutsche Bundestag entschieden, auch in Deutschland das Mammographie Screening einzuführen. Bis Mitte 2008 sollen hierfür 94 Einheiten mit einem Einzugsbereich von jeweils 800.000 bis 1 Mio. Einwohnern eingerichtet werden, die je von einem oder max. zwei Programmverantwortlichen Ärzten (PVA) geleitet werden.
Die Vorteile für die Klientinnen liegen auf der Hand. Bereits in einem frühen Stadium, unter 10 mm Größe, können auffällige Gewebeveränderungen erkannt werden.
Das Mammographie Screening Programm richtet sich an die Altersgruppe der Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, da statistisch gesehen gerade hier die Häufigkeit bösartiger Gewebeveränderungen im weiblichen Brustgewebe am höchsten ist.
Betroffene Frauen werden schriftlich und persönlich von der regional zuständigen Mammographie-Screening Stelle zu der freiwilligen Untersuchung eingeladen. Bei welcher Screening-Einheit die Untersuchung durchgeführt wird, richtet sich dabei nach dem jeweiligen Hauptwohnsitz der Klientin.
1. Zum Untersuchungstermin bringen Sie Ihre Versichertenkarte mit. Bitte ziehen Sie sich so an, dass Sie sich schnell bis zur Taille entkleiden können und verwenden Sie am Tag der Untersuchung kein Deodorant.
2. Am Empfang erhalten Sie einen Fragebogen (Anamnesebogen) der zur Erfassung Ihrer persönlichen Daten und möglicher Vorerkrankungen dient.
3. Die Untersuchung wird in der Regel von einer Röntgenassistentin durchgeführt, die Ihnen auch den Ablauf erklärt und Sie über mögliche Beschwerden befragt.
4. Die Mammographie wird entweder analog (mit Film) oder digital (elektronisches Bild) durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Hierzu wird die Brust zwischen der Plexiglasplatte und dem Aufnahmemedium fixiert und kurzzeitig komprimiert, um mit der geringstmöglichen Strahlenbelastung geröntgt zu werden. Von jeder Brust werden dabei in der Regel zwei Aufnahmen aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln angefertigt.
5. Jede der Aufnahmen wird von mindestens zwei besonders geschulten Ärzten beurteilt. Das Untersuchungsergebnis erhalten Sie in der Regeln innerhalb von sieben Werktagen nach der Untersuchung.
6. Bei etwa 95 Prozent der untersuchten Frauen zeigt die Mammographie keinen Hinweis auf eine Brustkrebserkrankung. In diesem Fall erhalten Sie eine schriftliche Benachrichtigung und werden für das nächste Screening in zwei Jahren vorgemerkt.
7. Zeigen die Aufnahmen mögliche krankhafte Veränderungen, die auf eine Brustkrebserkrankung hindeuten, werden weitere Untersuchungen notwendig. Die Klientin wird zu weiteren Untersuchungen an einen der Screening Standorte eingeladen.
Wichtig ist die regelmäßige Selbstuntersuchung - das Abtasten - der Brust. Auch bei der gynäkologischen Untersuchung tastet der Arzt die Brust auf verdächtige Veränderungen ab.
Eine weitere Methode zur Brustuntersuchung bietet die Ultraschall-Untersuchung (Sonographie). Sie ist praktisch ohne Nebenwirkungen, ist aber allein nicht zur Früherkennung von Brustkrebs geeignet, und eine Ergänzung zur Mammographie.
Die Kernspin-Tomographie (MRT, Magnet-Resonanz-Tomographie) ist zum Erkennen von gut- oder bösartigen Tumoren geeignet. Sie ist allerdings eher eine Zusatzuntersuchung zur Mammographie, da sich die Mammographie bei der Früherkennung besser bewährt hat.