Labor und bildgebende Diagnostik ergänzen sich in der kardiologischen Diagnostik und spielen eine immer wichtigere Rolle beim Management von KHK-Patienten.
Die Echokardiographie ist das bildgebende Verfahren in der Kardiologie. Bei KHK-Patienten hilft sie bei der Klärung folgenden relevanter klinischer Fragen:
• Kardiale Anatomie und Morphologie
• Myokardiale Funktion in Ruhe und bei Belastung
• Myokardperfusion
• Myokardvitalität
(Appropriateness Criteria for Stress Echocardiography(1))
Im Rahmen der KHK kommt es zu fortschreitender koronarer Plaque-Bildung mit konsekutiver Verminderung der Myokarddurchblutung bei Stenosegraden > 60%. Die Bestimmung des kardialen status ist daher von größter Wichtigkeit. Zur Koronardiagnostik ist die Koronarangiographie nach wie vor der Goldstandard. Sie kann bei jedem Patienten durchgeführt werden, unabhängig von Herzrhythmus und Herzfrequenz. Zudem bietet die Koronarangiographie als einziges Verfahren die direkte Möglichkeit verschlossene oder stenosierte Koronarsegemnte wiederzueröffnen.
In den vergangenen Jahren hat sich die CT zu einem wertvollen Diagnoseverfahren in der Kardiologie entwickelt. Innovationen wie die Dual Source CT haben die anfänglichen Limitationen bei der Herz-CT – etwa Anhängigkeit von der Herzfrequenz und Strahlendosis – vermindert. Neueste klinische Studien zeigen, dass die CT-Koronarangiographie mit Dual Source CT die kardiale Versorgung, besonders bei unklarem Thoraxschmerz, verbessern kann (2).
Die Magnetresonanztomographie des Herzens (CMR) ist heute ein modernes Verfahren kardialer bildgebender Diagnostik. CMR ermöglicht eine Beantwortung aller klinisch relevanten Fragestellungen:
• Kardiale Anatomie und Morphologie
• Regionale und globale Myokardfunktion
• Myokardperfusion
• Myokardvitalität
• Appropriateness Criteria for Cardiac CT and Cardiac MRI (2)
Die Nuklearkardiologie ist seit über 30 Jahren ein bewährtes Verfahren der kardiologischen Diagnostik und wird heute vorwiegend zur Diagnostik der Myokardperfusion und -vitalität eingesetzt. Als Alternativen stehen zur Verfügung:
• SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography) und
• PET (Positron Emission Tomography).
Hybridsysteme kombinieren die funktionale Bildgebung von SPECT/PET mit der anatomischen Bildgebung der CT. Dadurch wird die diagnostische Genauigkeit erhöht und die Untersuchungszeit verkürzt. (Appropriateness Criteria for SPECT MPI (3))
IQ SPECT, eine aktuelle Innovation von Siemens ermöglicht eine Reduktion der Datenakquisation um 75%, bei gleichzeitiger Verbesserung der Bildqualität.
(1) ACCF/ASE/ACEP/AHA/ASNC/SCAI/SCCT/SCMR, J Am Coll Cardiol, 2008; 51:1127-1147
(2) ACCF/ACR/SCCT/SCMR/ASNC/NASCI/SCAI/SIR, J Am Coll Cardiol, 2006; 48:1475-1497
(3) ACCF/ASNC, J Am Coll Cardiol, 2005; 46:1587-1605
(4) Morrow DA, et al. Clin Chem. 2007;53:552-74.
(5) Thygesen K, et al. J Am Coll Cardiol. 2007;50:2173-95.
(6) Wu AHB, et al. Clin Chem. 2007;53:2086-96.
A) LAD-Stenose 50%, SOMATOM Definition. Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, BRD
B) Perfusionsstudie mit PET•CT (biograph 64), dargestellt ein irreversibler Lateraldefekt. Emory Crawford Long Hospital, Atlanta, USA.