Die KHK ist eine regionale Manifestation der Arteriosklerose, die selbst eine chronische und systemische Erkrankung des gesamten arteriellen Systems darstellt. Ältere Autopsie-Studien zeigen: Die KHK manifestiert sich, wie alle arteriosklerotischen Erkrankungen (Schlaganfall, periphere Gefäßerkrankungen), bereits im dritten Lebensjahrzehnt, meist ohne klinische Symptomatik zu verursachen.
Multiple Risikofaktoren für die Entwicklung der KHK sind bekannt und gut untersucht. Risikobewertungen mittles Framingham Risk Score oder HeartScore gestatten die statistische Abschätzung eines KHK-Risikos in einer definierten Zeitperiode. Laboruntersuchungen werden zur Bewertung bekannter Risikofaktoren wie Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Homocystein, LpA oder hs-CRP herangezogen.
Zur Verringerung der KHK-Morbidität ist die frühe Erkennung der Erkrankung zwingend erforderlich. Einige Diagnoseverfahren wie EKG, Stressecho oder SPECT zeigen nur dann pathologische Ergebnisse, wenn bereits eine signifikante Koronarstenose vorliegt. Verfahren wie das koronare Kalzium-Scoring zeigen dagegen bereits frühzeitig Veränderungen der Koronarwand an, ohne daß diese hochgradige Stenosen verursachen.
Patienten mit akutem Brustschmerz müssen einer schnellen und exakten Diagnostik zugeführt werden, da die zugrunde liegende Erkrankung lebensbedrohlich sein kann. Oft ist der Zustand des Patienten schlecht; die durch das Diagnoseverfahren vorgegebenen Anforderungen an den Patienten müssen also wohlüberlegt sein. Lange Atemanhaltezeiten zum Beispiel sollten vermieden werden.
Anamnese und körperliche Untersuchung, EKG, Laborwerte und Echokardiographie sind Standard bei der Erstuntersuchung. Sind diese nicht aussagekräftig, sind weitergehende diagnostische Untersuchungen von großer Wichtigkeit.
Die KHK ist eine chronische Erkrankung und nimmt unterschiedliche klinische Verläufe. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind daher unabdingbar.
Eine langfristige Nachsorge benötigt reproduzierbare Untersuchungsergebnisse. Das rechtzeitige Erkennen einer asymptomatischen Krankheitsprogression erlaubt die rasche Therapieanpassung und vermeidet so eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes, Invalidität oder Krankenhausaufenthalt.
Im Verlauf der Erkrankung fallen zahlreiche wichtige medizinische Informationen an, die fehlerfrei und effektiv gehandhabt werden müssen. Die IT spielt daher beim effizienten Patientenmanagement eine immer wichtiger werdende Rolle. Klinische Informationssysteme zur Verwaltung von klinischen Daten und zur Bildarchivierung erlauben den jederzeitigen, ortsunabhängigen und schnellen Datenzugriff.