Mit Hilfe des neuen Therapieverfahrens, der Partikeltherapie, können einige Krebserkrankungen nun gezielt bekämpft werden – ein Meilenstein in der Krebstherapie.
Dazu werden Protonen und Kohlenstoff- Ionen auf beinahe zweidrittel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und punktgenau im Tumor platziert.
Dabei kann der Ionenstrahl bis zu 30 cm in das Gewebe eindringen und weicht höchstens einen halben Millimeter vom Zielpunkt ab.
Der Vorteil dieses Verfahrens ist die exakt berechenbare Reichweite und die millimetergenaue Steuerung des Ionenstrahls. So werden kranke Zellen punktgenau getroffen, das umliegende gesunde Gewebe wird jedoch geschont.
Bei einer konventionellen Bestrahlung nimmt die Dosis mit wachsender Eindringtiefe ab- bei Protonen- und Ionenstrahlen steigt sie langsam an und fällt nach einem scharfen Maximum – dem so genannten Bragg Peak – steil ab.
Die Partikeltherapie eröffnet ganz neue Behandlungschancen: Sie ist besonders geeignet für Tumorerkrankungen, die in der Nähe von Risikoorganen (Gehirn, Wirbelsäule, Nervenbahnen) liegen oder aufgrund ihrer Lage bisher nur schwer oder gar nicht behandelbar waren.
Mit der Protonentherapie wurden bereits über 40.000 Patienten behandelt, Kohlenstofftherapie wird derzeit in drei Institutionen weltweit eingesetzt, darunter ist die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt. An der GSI wurden zusammen mit der Universitätsklinik Heidelberg seit 1997 Studien durchgeführt, die die Wirksamkeit der Partikeltherapie mit Kohlenstoff-Ionen besonders bei Chordomen und Chondrosarkomen der Schädelbasis belegen.
In Chiba, Japan wurden ebenfalls im Rahmen von Studien bereits über 2.000 Patienten mit Kohlenstoff-Ionen behandelt, ebenfalls mit sehr guten Ergebnissen. Studien in Chiba deuten an, dass sich auch die Anzahl der Behandlungssitzungen reduzieren lässt, der Patient beispielsweise nur noch 10- anstatt 30-mal zur Behandlung kommen muss.
Ein weiterer Vorteil der Partikeltherapie ist, dass dieses Verfahren kaum Nebenwirkungen hervorruft. So ist ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus nur in Ausnahmefällen nötig.
Anfang diesen Jahres (01/2007) wurde im Heidelberger Ionenstrahl Therapiezentrum (HIT) des Universitätsklinikums Heidelberg das weltweit erste drehbare Strahlführungssystem (Gantry) für Ionenstrahl-Therapie montiert.
Im HIT-Zentrum befindet sich nun die weltweit erste Anlage, in der Patienten mit verschiedenen Ionen - Protonen und Kohlenstoff-Ionen – mittels einer Gantry behandelt werden können.
2008 soll unter Leitung von Professor Dr. Dr. Jürgen Debus, Ärztlicher Direktor der Strahlentherapie das Therapieverfahren für Patienten angeboten werden.
Jährlich sollen dann mindestens 1.000 Patienten im Heidelberger Universitätsklinikum mit Hilfe der Partikeltherapie behandelt werden.
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Informationen über Partikel Therapie (engl.)
Artikel: Weiteres Referenzprojekt: Rhön-Klinikum AG (Medical Solutions)[370 KB]
Artikel: Patientenpositionierung mit Roboter (Medical Solutions)[179 KB]