Das Klinikum Chemnitz hat als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland seinen Teleradiologie-Dienst mit einer elektronischen Patientenakte (ePA) verbunden. Demografische und administrative Daten aus einer Fernbefundung können in der elektronischen Patientenakte zur Verfügung gestellt werden, sofern der Patient diesem Vorgang zustimmt. Dadurch können Bilder und Ergebnisse von Untersuchungen in verschiedenen Einrichtungen genutzt werden. Durch ein spezielles Sicherheitskonzept sind die Daten jedoch nur Berechtigten zugänglich, die an der Untersuchung des Patienten beteiligt sind. Siemens stattete die Klinik mit einer Gesamtlösung aus, die nicht nur die eHealth-Lösung Soarian® Integrated Care (Soarian IC) für die elektronische Patientenakte beinhaltet, sondern auch eine Software für die radiologische Bildkommunikation. Dadurch setzt das Klinikum Chemnitz, zusammen mit 14 Kreiskrankenhäusern sowie mehreren niedergelassenen Ärzten und Ärztehäusern, Maßstäbe bei der integrierten Versorgung in Deutschland.
Speziell bei Diagnosen in den Fachrichtungen Neurochirurgie, Traumatologie, Angiologie und Radiologie unterstützt das Klinikum Chemnitz mit seinem medizinischen Expertenwissen Kranken- und Ärztehäuser in der Region. "Als eines der größten Krankenhäuser in Deutschland ist das Klinikum Chemnitz mit seinem umfangreichen Leistungsspektrum und seinen Fachärzten ein wichtiger Partner für Krankenhäuser in der Region. Durch die Telemedizin können wir dieses Wissen auch außerhalb des Klinikums, also über Institutionsgrenzen hinweg zugänglich machen. Dies bringt dem Gesamtverbund Kostensenkungspotenziale und dem Patienten eine wohnortnahe Versorgung bei weniger Verlegungen", so Professor Dr.-Ing. Olaf Schlimpert, Leiter der Medizinischen Informatik am Klinikum Chemnitz. Nach einem Unfall kann die Diagnose eines Patienten, der in ein Kreiskrankenhaus eingeliefert wurde, beispielsweise mittels Computertomographie erfolgen, ohne dass ein Facharzt vor Ort sein muss. Der Bilddatensatz wird elektronisch an einen verantwortlichen Arzt im Klinikum geschickt, der daraufhin seinen Befund an die Anforderungsstelle zurücksendet.
Soarian IC verbessert den Informationsfluss über Institutions- und Sektorengrenzen hinweg, ohne dass vorhandene Primärsysteme ausgetauscht werden müssen. Somit wird die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen klinischen Einrichtungen gefördert und die Patientenbehandlung vereinfacht. "Zukünftig werden sich dann nicht nur die Institutions-, sondern auch die Sektorengrenzen zwischen ambulanter und stationärer sowie Reha-Behandlung auflösen. Siemens ist der Partner, der diese neuen Tendenzen auch langfristig mit e-Health-Lösungen unterstützen kann", sagt Schlimpert.