Das PRO-KLINIK Anwenderforum Medizincontrolling und Krankenhaus-IT im Februar 2009 stand unter dem Motto „Leistungsabbildung im G-DRG-System - ein alter Hut?“
Das DRG-System hat sich etabliert. Anfänglich mit großer Skepsis aufgenommen, hat die Leistungsgerechtigkeit und Vergütungstransparenz seit 2004 stetig zugenommen. Im Zuge der Konvergenzphase werden die Beträge, die Krankenhäuser für ihre stationären Leistungen auf der Basis des DRG-Katalogs erhalten, immer mehr vereinheitlicht. Um unter diesen Bedingungen langfristig wirtschaftlich zu bestehen, richten die Krankenhäuser ihr Augenmerk heute noch stärker als in der Vergangenheit auf die Steuerung der Leistungserbringung und deren Optimierung.
Das Anwenderforum Medizincontrolling 2009 in Köln bot einen Einblick in aktuell verfügbare Softwaresysteme und deren tatsächliche Leistungsfähigkeit im Bereich Medizincontrolling.
Das Forum wurde von gut 100 Personen aus 55 Krankenhäusern aus verschiedenen Teilen Deutschlands besucht. In der Vortragsreihe zeigten Medizincontroller aus unterschiedlichen Krankenhäusern, wie sie mit den Werkzeugen verschiedener Softwarehersteller typische Fragestellungen zum Leistungsgeschehen beantworten. Darüber hinaus gaben Vorträge des Veranstalters einen Ausblick auf die weitere Entwicklung des G-DRG-Systems und zeigten Wege für eine praktikable Kontrolle der Leistungsabbildung auf.
Dr. Martin Blümke, Leiter Medizincontrolling im Westküstenklinikum Heide und Brunsbüttel, zeigte in seinem Vortrag, welche Möglichkeiten der Management Explorer (MEX) von Siemens bei der Unterstützung „von der betriebswirtschaftlichen Pflicht zur strategischen Kür“ bietet. Bevor MEX mit den Modulen DRG-, BWL, und OP-Explorer im September 2008 im Westküstenklinikum eingesetzt wurde, arbeitete das Medizincontrolling vor allem mit Microsoft Office Werkzeugen. Die Verfügbarkeit dieser Auswertungen war stark von Einzelpersonen abhängig. Zudem mussten Auswertungen sehr zeitaufwendig zusammen gefasst und aufbereitet werden. Durch die einfach bedienbare Benutzeroberfläche des Management Explorer sind diese Auswertungen jetzt für alle berechtigten Personen in Minutenschnelle verfügbar. Wie das funktioniert, demonstrierte Martin Blümke mittels praxisnaher Beispiele als einziger „live“ am System und hob sich dadurch von den anderen Vortragenden ab.
Die Forumsteilnehmer konnten sich unmittelbar davon überzeugen, wie zum Beispiel Anfragen von Chefärzten nach bestimmten OP-Leistungen innerhalb eines Zeitraums nach nur wenigen Mausklicks präzise beantwortet werden können.
Oder wie mit Hilfe des DRG-Explorers die Fälle des zurückliegenden Jahres als Plandaten in das Folgejahr übertragen werden können, womit die Auswirkungen eines zukünftigen DRG-Katalogs transparent gemacht werden können. Außerdem liegen damit unverzichtbare Daten für die Leistungsplanung vor.
Vor dem Hintergrund häufiger MDK-Anfragen und Kodierprüfungen von Kostenträgern zeigte Dr. Blümke in einem weiteren Beispiel, wie man mit Hilfe von MEX die Kodierqualität im eigenen Krankenhaus selbst prüfen kann. Vermeintlich falsch bewertete Fälle können durch entsprechende Auswertungen schnell identifiziert und analysiert werden, auch für zurückliegende Zeiträume. Zum Bespiel für Fälle aus 2004, die von einem Kostenträger noch 4 Jahre später geprüft wurden.
Besonderen Komfort und Transparenz bei den Auswertungen bietet die Möglichkeit des Drill down und Drill through: Mit einem Mausklick kann direkt von der Analyse in die entsprechenden Falldaten der medico//s-Anwendung „DRG Arbeitsplatz“ verzweigt werden, um detaillierte Informationen zum Fall zu erhalten. „Man weiß immer sofort, welche konkreten Fälle dahinter stecken“ erklärte Dr. Martin Blümke.
Zwischen den Vorträgen gab es Gelegenheit zu Diskussion und Gesprächen. In der Industrieausstellung konnten sich die Besucher über die gezeigten Softwarelösungen ausführlicher informieren.
Nicht zuletzt wegen des sehr anwendernahen, gelungenen Vortrags von Herrn Dr. Blümke herrschte an den Ausstellungs-Arbeitsplätzen von Siemens Healthcare reges Gedränge. Präsentiert wurden hier Management Explorer (MEX), die umfassende Controllinglösung für die Siemens KIS medico//s und CLINICOM. Auf dem Stand konnten sich die Besucher auch über die zweite BI-Lösung von Siemens informieren: das Managementinformationssystem i.c.m.health. Diese KIS-unabhängige Lösung basiert auf der Business Warehouse Technologie von SAP.
Neben den KIS-Bestandskunden, die sich primär über Neuerungen informierten, stieß das Controlling-Portfolio von Siemens Healthcare auch auf verstärktes Interesse bei Krankenhäusern, die Systeme anderer Hersteller einsetzen.