Assessment steht für Einschätzen, Messen, Beurteilen, Bewerten. Bezogen auf die Pflege bedeutet dies die Messung oder Einschätzung der Pflegebedürftigkeit eines Patienten. Dirk Hunstein, Geschäftsführer des ePA Competence Center, stellte auf der Informationsveranstaltung in seinem Vortrag den Nutzen einer standardisierten Datenerfassung am Beispiel des ergebnisorientierten Pflege-Assessments AcuteCare (e-PA-AC©) vor.
Erst durch die systematische Erfassung von Fähigkeiten, Beeinträchtigungen und Zuständen der Patienten können die erforderlichen Pflegeleistungen geplant und die zur Leistungserbringung notwendigen Qualifikationen oder Personalbedarfe berechnet werden. Außerdem ist es damit möglich, die Qualität der Ergebnisse zu beurteilen. Anhand praxisnaher Beispiele schilderte Herr Hunstein die Möglichkeiten von ePA-AC© bei der Unterstützung der Prozess-Steuerung und zur Messung der pflegerischen Ergebnisqualität, die auch für Benchmarks herangezogen werden kann. Darüber hinaus ergeben sich Einsparpotentiale zum einen durch die Reduzierung des Dokumentationsaufwands in der Pflege, zum anderen durch das Vermeiden von Komplikationen wie z.B. Dekubitus oder Sturz.
Durch den Zusammenhang zwischen Pflegebedürftigkeit und Pflegeaufwand lassen sich aus den Daten des Pflege-Assessments entsprechende Versorgungsmaßnahmen ableiten. Stefan Hieber, LEP-Berater, erläuterte in seinem Vortrag die Entwicklung und Ziele der Methode LEP® (Leistungserfassung in der Pflege). Mittels standardisierter Pflegemaßnahmen in verschiedenen Detaillierungsgraden lassen sich Tätigkeiten im Pflegeprozess schnell und dennoch detailliert dokumentieren. Durch den bereits in der Praxis erprobten Verknüpfungskatalog zwischen LEP Nursing 3 und ePA-AC© ist es jetzt möglich, aus der mit Hilfe von ePA-AC ermittelten Beeinträchtigung direkt zur passenden Intervention des LEP Nursing 3 zu gelangen. Leistungsplanung/-messung
wird somit vom Bedarf abgeleitet bzw. begründet.
Kerstin Jezek-Winkelmann, zuständige Produktmanagerin, präsentierte die Integration der Lösung innerhalb des Pflegeprozess Managements von medico//s. Die Produkterweiterungen epA-AC© und LEP Nursing 3 ermöglichen jetzt insbesondere auch eine wesentlich schnellere Einführung des Pflegeprozess-Managements. Durch die mitgelieferten Inhalte (Verknüpfung ePA-AC mit LEP Nursing 3) verringert sich der Aufwand bei der Erfassung und Pflege der Stammdaten. Den Anwendern steht ein vollständiges Datenmodell zur Abbildung des Pflegeprozesses zur Verfügung. Die passenden Auswertungen zu Kennzahlen, Pflegekategorien und Pflegemaßnahmen liefert der Pflege Explorer, ein Modul der medico//s Controllinglösung Management Explorer.
Die Veranstaltungsteilnehmer aus den Bereichen Pflege und IT folgten nicht nur gespannt den Vorträgen rund um das Thema Pflege-Assessment, sondern nutzten auch die Pausen für fachliche Diskussionen und zum regen Erfahrungsaustausch. Dabei wurden nicht nur die informativen Präsentationen der Experten gelobt. Insbesondere wurden die neuen Möglichkeiten, die sich durch den Einsatz der vorgestellten Lösungen ergeben, erörtert. Beispielsweise wurde die Zeitersparnis bei der Pflegedokumentation durch den künftigen Einsatz von ePA-AC© auf 40% geschätzt. Zeit, die dann für die eigentlichen Pflegetätigkeiten genutzt werden kann und nicht zuletzt den Patienten zu Gute kommt.