Um die riesigen Datenmengen aus 9 Krankenhäusern, mehr als 100 Kliniken und medizinischen Instituten sowie acht spezialisierten medizinischen Zentren in aussagekräftige Berichte zu gießen, setzt man beim größten kommunalen Krankenhauskonzern Deutschlands Vivantes auf das Management-Informationssystem i.c.m.health von Siemens.
Ein neues Management-Informationssystem
Im Jahr 2005 entschloss Vivantes sich zur Einführung eines neuen Management-Informationssystems - vor allem um sicherzustellen, dass die monatlich anfallenden Datenmengen auf Dauer zuverlässig verarbeitet werden konnten. Die Ausschreibung forderte neben der Konsolidierung zwischen altem und neuem Berichtswesen auch eine Erlösverteilung nach Fachabteilungen, ein Sachkostencontrolling und einer Kostenträgerrechnung auf Basis des InEK-Kalkulationshandbuchs. Ferner sollten Drill-down-Möglichkeiten mit Leistungsbezug bis auf Einzelkosten bzw. Fallebene geschaffen werden. "Es war Siemens, damals noch die GSD, die das beste Angebot abgab", erinnert sich Gunther Nolte, Direktor des Bereichs Informationstechnologie bei Vivantes. Zudem stand bei GSD mit i.c.m.health bereits ein Kernprodukt zur Verfügung.
Große Herausforderungen
"Für uns gab es zwei zentrale Herausforderungen", so Taher Shafie, Siemens-Teilprojektleiter für die Einführung der i.c.m.health-Kostenträgerrechnung. "Wir hatten standortübergreifende Leistungsstellen und Leistungsverflechtungen. Um sowohl standortbezogene als auch standortübergreifende Auswertungen zu ermöglichen, gingen wir dazu über, ganz Vivantes als ein einziges Krankenhaus zu betrachten." Die zweite große Herausforderung war die Integration der Leistungsrechnung mit enormen Leistungsmengen in die Kostenträgerrechnung. Das Siemens-Team nahm dazu ein Redesign des i.c.m.health- Moduls Kostenträgerrechnung (cal) vor.
Eine maßgeschneiderte Lösung
Durch Einführung und Anpassung von i.c.m.health (cal) ist es Martin Franken-Krüger, Leiter der Kostenrechnung bei Vivantes, heute möglich, Einzelleistungen aus verschiedenen Bereichen wie Labor oder Röntgen in der Kostenträgerrechnung sichtbar zu machen. Die für die einzelnen Patienten erbrachten Leistungen können dabei mengenmäßig und monetär bewertet werden. Darüber hinaus wird die Vivantes-spezifische Erlösverteilung so genau abgebildet, dass der Erlös einer DRG jeder beteiligten Fachabteilung entsprechend ihrem Aufwand zugeteilt werden kann.
Anfang Februar 2008 waren alle Testläufe abgeschlossen und die Erlösverteilung, das Sachkostencontrolling sowie die medizinischen Kennzahlen konnten produktiv gesetzt werden. Im selben Jahr nahm Martin Franken-Krüger eine erfolgreiche technische Fallkosten-Kalkulation für 2007 vor. Die Bilanz des "Herrn der Daten": "Am Ende des Tages haben wir eine maßgeschneiderte Vivantes-Lösung mit eigenen Kennzahlen, einer eigens von Siemens programmierten Erlösverteilung und einem eigenen Datenbankmodell. Vor allem aber haben wir jetzt eine Technologie, die zukunftssicher ist."
„Es ist ein großer Gewinn, dass wir diese Riesen-Datenmengen jetzt hochperformant zu festgesetzten Zeiten und in hoher Qualität ins Unternehmen verschicken können.“
Martin Franken-Krüger, Leiter Kostenrechnung bei Vivantes