Neues Prüfzentrum für Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) in Erlangen
Das gemeinsame Kompetenzzentrum der Siemens Sektoren Healthcare und Energy am Standort Erlangen ist innerhalb der Siemens AG das weltweit größte Prüfzentrum für EMV. In dem neuen Hallenkomplex, der das bestehende Prüflabor deutlich erweitert, werden Produkte und Komponenten verschiedenster Unternehmensbereiche auf ihr elektromagnetisches Verhalten getestet.
Anfang Juni wurde der Neubau während der Eröffnungsfeier von Bernd Montag, CEO der Imaging & IT Division des Healthcare-Sektors, und Karlheinz Kaul, Leiter der Systems Engineering Business Unit des Industry-Sektors, offiziell eingeweiht.
Auf einer Gesamtfläche von rund 2.400 m² sind über 30 Ingenieure und Techniker in dem Kompetenzzentrum für EMV im Medizin-, Industrie- und Energiebereich beschäftigt.
Durch den Schulterschluss der beiden Sektoren werden die EMV-Kompetenzen gebündelt und zusätzliche Synergien im Bereich Kosten und Prozesse erreicht. Damit steigt die Attraktivität dieses neuen EMV-Zentrums für interne und externe Kunden.
Die neue 10-Meter-Halle ist für die Erstellung der Nachweise zur elektromagnetischen Verträglichkeit an großen medizinischen Geräten und Systemen ausgelegt, zum Beispiel Computer- oder Magnetresonanztomographen.
Was bedeutet elektromagnetische Verträglichkeit? Getestet wird etwa, inwieweit die Systeme in einer definierten Messentfernung (in diesem Fall zehn Meter) Einfluss auf andere Geräte (Störaussendungen) haben, bzw. von anderen Geräten in ihrer Funktion beeinflusst werden (Störfestigkeit). Nur wenn die Systeme elektromagnetisch verträglich sind, können sie für die Serienfertigung freigegeben werden. Es ist geplant, alle bildgebenden und therapeutischen Systeme, die Healthcare herstellt, dort zu prüfen.
Die neue 3-Meter-Halle betreibt Industry und wird unter anderem für normgerechte gestrahlte Störfestigkeitsuntersuchungen, für Funkprüfungen, aber auch für EMV-Aussendungsprüfungen an Tischgeräten verwendet.
Beide Einrichtungen sind an allen Wänden und an der Decke mit so genannten Absorbern ausgestattet. Sie verhindern, dass unerwünschte Signale die Messungen im Prüfraum, der daher auch Absorberhalle genannt wird, stören.