Das Zentrallabor des Klinikum Dortmund entschied sich 2004 für die Installation einer Automationslösung für klinische Chemie und Immunologie. So wurde unter der Leitung von Dr. Joachim Lehner die auf das individuelle Labor ausgerichtete und maßgeschneiderte Automationslösung ADVIA WorkCell® implementiert und aufgrund der deutlichen Rentabilitätssteigerung sukzessiv weiter ausgebaut. Maßgebend für die Kaufentscheidung war die Fähigkeit des Analysesystems, durch die Konsolidierung von klinischer Chemie und Immunologie mehr als dreiviertel aller anfallenden Proben in nur einer Automationsstraße abzuarbeiten. Hierbei entnimmt das System nur soviel Serum beziehungsweise Plasma wie für die Durchführung des jeweiligen Tests erforderlich ist, so dass 30 Mikroliter (μl) für mehr als zehn Tests reichen. Erforderliche Nachmessungen mit verdünntem Serum oder Plasma laufen vollautomatisch.
2004 hatte das Klinikum zwei ADVIA® 1650 Analyser für die klinische Chemie und ein ADVIA® Centaur für die Immunologie am Transportband angeschlossen. Die Anforderungen und das Arbeitspensum an das Zentrallabor sind seitdem gestiegen: So kamen etwa die Aufgaben des Notfalllabors in der Kinderklinik hinzu. Nach dem Umzug ins komplett neue Institut im Klinikzentrum Mitte wurde die kleineren ADVIA-Modelle durch die größeren Systeme ADVIA® 1800 und ADVIA® 2400 ersetzt sowie ein IMMULITE® 2000 mit einer Auswahl von 80 Immunoassays und 420 Allergenen in die Straße integriert. Heute versorgt das Zentrallabor, verteilt auf zwei Standorte, sowohl das Städtische Klinikum als auch das Institut für Transfusionsmedizin. Hierbei bearbeitet das Laborteam im Klinikum Mitte alle Proben aus Mitte und zirka 85 Prozent der Proben aus Nord. Die restlichen 15 Prozent bewältigen die medizinisch-technischen Assistenten im logistisch eng verbundenen Satellitenlabor im Klinikum Nord.
Die umfangreichen Umstrukturierungen machten sich auch bei den Personal- und Sachkosten bemerkbar. Dank der Automation sind laut Dr. Lehner 85 Prozent der manuellen Arbeit entfallen. Ein Grund hierfür ist die vollautomatische Durchführung von erforderlichen Nachmessungen mit verdünntem Serum oder Plasma. Das Personal muss nur noch die Anforderungen einlesen oder eingeben, die Proben zentrifugieren und den Samplemanager beladen. Darüber hinaus führte ein konsequentes Controlling zu einer Abnahme des Anforderungsvolumens von vier auf drei Millionen Tests pro Jahr. Aufgrund dieser Vorteile war es dem Labor möglich, die Personal- und Sachkosten um insgesamt 700.000 Euro zu verringern.