Laufen bis zum Limit, Tauchen bis zum Tiefpunkt: Extremsportarten bedeuten enorme Belastung für den Körper. Sportler stehen deshalb unter medizinischer Beobachtung: beispielsweise mittels Blutgasanalyse.
Apnoe-Taucher scheren sich nicht um die farbenfrohe Umgebung unter Wasser, für sie zählt allein die Tiefe. Ohne technische Hilfsmittel gilt es den Tauchgang mit der größtmöglichen Tiefe und Ausdauer durchzuführen. Um die Grenzen so weit wie möglich auszureizen, helfen medizintechnische Hilfsmittel Extremsportlern vor Ort, egal ob beim Tauchgang im vereisten See oder bei der Zielankunft des Ironman: rekordverdächtig mit Diagnostik.
Gerade bei Tauchern hat der höhere Umgebungsdruck unter Wasser direkte Auswirkungen auf den Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut der Sportler. Mit der Hilfe einer Blutgasanalyse können heute die Partialdrücke von Sauerstoff (pO2) und Kohlendioxid (pCO2) ermittelt werden, und daraus der für Taucher lebenswichtige CO2-Spiegel (tCO2 – Gesamtgehalt CO2). Dieser Schwellenwert regelt im Körper den Atemanreiz – und zwingt bei deutlichem Überschreiten zum einatmen. Folge des im tiefen Wasser niedrigeren CO2-Partialdrucks ist der unter Tauchern so genannte „Blackout“. Mittels detaillierter Analyse der Blutgase soll versucht werden, dieses Risiko zu verringern. Zusätzlich liefern Blutanalysen wie beispielsweise mit dem RapidPoint® 400 von Siemens wichtige Informationen für die Trainingsarbeit der Sportler. Das hat auch Folgen für die Entwicklung beim Apnoe-Tauchen: Konnten sich vor 40 Jahren Mediziner noch keinen Tauchgang tiefer als 30 Meter vorstellen, liegt der neue Weltrekord seit Juli 2008 bei mehr als 210 Metern.
Eine Bereicherung für den Untersuchungsablauf sind die kurzen Wege, die sich die Blutprobe zur Analyse „bahnen“ muss: Der RapidPoint 400 ist dank seiner Größe flexibel auch fern des Labors einzusetzen. So können auch Untersuchungen bei einem Großereignis gesteuert werden, wie beim Langdistanz-Triathlon „Challenge Roth“ bei Nürnberg. Dort werden seit einigen Jahren Blutgasanalysesysteme im Sanitätszelt aufgebaut und den Athleten nach der Zielankunft Blut am Ohrläppchen abgenommen, um analog zu den Tauchern am Blutgasanalysator den Partialdruck des Sauerstoffes, die Sauerstoffsättigung zu bestimmen – und den Laktatgehalt.