Komplizierte Knochenbrüche sind häufig die Folge von Stürzen bei Abfahrtssportarten. Besonders Skifahrer und Mountainbiker tragen bei Unfällen mit hoher Geschwindigkeit meist schwere Frakturen davon, betroffen sind dann häufig die Wirbelsäule sowie die großen Gelenke. Dank einer neuen 3D-Technik kann der schwierige Operationsvorgang inzwischen direkt während der Operation (OP) kontrolliert – und gegebenenfalls korrigiert – werden. Vorher war eine solche Kontrolle in 3D erst nach dem Eingriff möglich und im schlimmsten Fall mit einer zweiten OP verbunden.
Mit dem mobilen C-Bogen ARCADIS® Orbic 3D wird noch während der OP die behandelte Stelle dreidimensional dargestellt, indem der C-Bogen um 190 Grad um den Patienten rotiert. Aus definierten Winkelgraden werden einzelne Röntgenaufnahmen gemacht, die zu einem 3D-Datensatz rekonstruiert werden.
Mit der neuen Technik ist auch eine unmittelbare Nachkontrolle möglich: Noch am OP-Tisch kann überprüft werden, ob zum Beispiel die Gelenkflächen sauber und glatt rekonstruiert wurden oder die Schrauben und andere Materialien richtig sitzen, also nicht in den Gelenkspalt eindringen. Am Gelenk ist es besonders wichtig, dass ein Bruch ganz akkurat eingerichtet ist – und das ist der sehr große Vorteil dieser Bildgebung im OP“, erklärt Dr. Paul Grützner von der Unfallklinik Ludwigshafen. „Wir haben so gleich die vollen Informationen direkt beim Eingriff und können weniger invasiv operieren.“ Laut Grützner liegt der Vorteil darin, dass ein neuer Eingriff vermieden und so die Qualität der OP erhöht wird.
Um die Standards im Bereich diagnostische Bildgebung weiterzuentwickeln, kooperiert Siemens mit der internationalen Chirurgenorganisation Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO). Ziel ist dabei auch, die Unfallchirurgen mit der neuesten Technik vertraut zu machen, beispielsweise mit der Bereitstellung intraoperativer 3D-Bildgebung während AO-Kursen. 2007 haben mehr als 22.000 Chirurgen und über 5.000 OP-Pfleger an über 500 AO-Trainings teilgenommen. Diese Zusammenarbeit zwischen Siemens und der AO stellt die kontinuierliche Verbesserung der Behandlungsmethoden durch den Einsatz modernster Medizintechnologie im OP sicher.