Der weltweit erste Artis zeego (Bild rechts) ist im Institut für Klinische Radiologie der Universität München installiert worden. Es ist ein multiaxiales, angiographisches C-Bogen-System für die interventionelle Radiologie und besitzt mehr Freiheitsgrade bei der Positionierung, so dass Bildgebung mit größerer Präzision und eine benutzerfreundliche Bedienung möglich werden. Der Patient kann ohne weiteres von Kopf bis Fuß durchleuchtet werden. Die Bedienung ist leicht und präzise, besonders durch das flexible Isozentrum. Jeder Arzt kann dadurch den Untersuchungstisch auf die Höhe bringen, die für ihn am angenehmsten ist. Das führt zu weniger Ermüdung während langer Interventionen. Da bei der Durchleuchtung ein größeres Körpervolumen abgedeckt wird und sich damit der Blick auf die Anatomie des Patienten weitet, kann die Applikation syngo DynaCT noch flexibler für die dreidimensionale Rekonstruktion eingesetzt werden.
Professor Dr. Dr. Maximilian Reiser, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und amtierender Stellvertreter der Deutschen Röntgengesellschaft, (Bild links, Bild unten) ist davon überzeugt, durch die größere Flexibilität, die bessere anatomische Abdeckung und die hervorragende dreidimensionale Bildqualität noch bessere Behandlungsergebnisse zu erzielen. Vor allem in der Onkologie gibt es einen großen Bedarf nach bildgestützten Therapien. Außerdem sind viele Interventionen sehr komplex. Er hofft, dass durch die größere Flexibilität, die erweiterten Parkpositionen und die größere anatomische Abdeckung, dank des größeren aufgenommenen Volumens, noch bessere Behandlungsergebnisse erzielt werden können. Mit Large Volume syngo DynaCT lassen sich nun auch ganze Organe wie die Leber abbilden. Diese größere anatomische Abdeckung von Artis zeego sei vor allem bei adipösen Kranken, aber auch bei Zugangsplanung hilfreich.
Artis zeego schafft zudem die Grundlage dafür, dass die bildgestützte Tumorkontrolle möglicherweise eine Alternative zu einer Operation wird. Bei Lebertumoren ist laut Professor Reiser die Radioembolisation bereits die Methode der ersten Wahl. „Wichtig ist, dass wir die Gefäße dreidimensional darstellen können“, sagt der Radiologe. „Wir sehen daher, auf welchem Pfad wir uns befinden und wo das Versorgungsgebiet des Tumors ist. Man kann dann genau die Gefäße angehen, die für den Tumor lebenswichtig sind.“ Vorteilhaft sei zudem, dass bei Artis zeego die Möglichkeit besteht, die Bilder nicht nur im Breit- sondern auch im Hochformat zu betrachten. Man kann auf diese Weise zum Beispiel die gesamte Lendenwirbelsäule darstellen. Reiser und seine Institutskollegen prüfen diese Vorteile unter anderem bei der Vertebroplastie: „Wir benutzen dieses minimalinvasive Verfahren um Wirbelkörperfrakturen zu stabilisieren oder Knochenschmerzen zu reduzieren. Tumorpatienten sind dadurch oftmals wieder schmerzfrei, können aufstehen und an einer Chemotherapie teilnehmen.“