2007 führte Siemens Healthcare sein innovatives System für die digitale Mammographie, MAMMOMAT® Inspiration, ein. Diese modulare Plattform für Screening und Diagnostik kann nun jederzeit bei allen künftigen und bestehenden Systemen um stereotaktische Biopsie und 3D-Tomosynthese erweitert werden. Die ersten Geräte mit Tomosynthese wurden bereits im August diesen Jahres in Wuppertal und im belgischen Leuven erfolgreich in Betrieb genommen – mit viel versprechenden Ergebnissen.
Maximaler Aufnahmewinkel (50°) für exzellente 3D-Darstellung
Die Tomosynthese unterscheidet sich von der herkömmlichen Zwei-Ebenen-Mammographie so wie sich eine CT-Aufnahme von einem einfachen Röntgenbild unterscheidet: Die Röntgenröhre des MAMMOMAT Inspiration bewegt sich bei der Untersuchung um die komprimierte Brust, wobei 25 Niedrigdosis-Aufnahmen mit bis zu 2 Bildern pro Sekunde akquiriert werden. Für eine exzellente 3D-Darstellung ist ein möglichst großer Aufnahmewinkel entscheidend: MAMMOMAT Inspiration verfügt über einzigartige 50°.
Seit Herbst 2004 wurden klinische Studien, beispielsweise an der State University of New York in Stony Brook, Health Sciences Center (New York, USA), mit Prototypen an über 600 Probanden durchgeführt. Diesen Ergebnissen zufolge erhöht die Tomosynthese sowohl die Sensitivität als auch die Spezifität. Zudem lässt sich das große Manko der 2D-Mammografie, die Gewebeüberlappung, beheben. So können mit der Tomosynthese verborgene Malignitäten aufgezeigt sowie nach Form und Größe dreidimensional analysiert werden.
Deutliche Reduktion falsch-positiver Befunde
Nach dem Abschluss der ersten Testreihe wurden im August die ersten MAMMOMAT Inspiration-Systeme mit Tomosynthese in Betrieb genommen. Erster Standort war die radiologische Praxis, radprax, in Wuppertal, die jährlich bei etwa 15.000 Frauen Mammographien durchführt. Seit Anfang August wurde an über 20 Patientinnen eine Tomosynthese mit MAMMOMAT Inspiration durchgeführt – darunter eine Frau mit Implantaten sowie mehrere Patientinnen mit zahlreichen Mikrokalzifizierungen. Bei Patientinnen mit Tumorverdacht wurden die Tumore mittels Tomosynthese deutlich sichtbar. In anderen Tumorverdachtsfällen erwiesen die Scans die Gutartigkeit der verdächtigen Läsionen.
Frau Dr. Tewaag aus der radprax zeigt sich mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden: „Mit der Tomosynthese erleben wir die faszinierende Weiterentwicklung der digitalen Mammographie. Diese 3D-Technologie bietet eine beeindruckende Detailerkennbarkeit: Anomalien können so selbst bei dichtem Brustgewebe präziser und zuverlässiger als bisher diagnostiziert werden.“ Die radiologische Abteilung am K. U. Leuven (Belgien) berichtet von ähnlichen Ergebnissen. Auch an weiteren Standorten in Europa und Asien werden derzeit Systeme installiert; geplant sind über 15 bis Ende dieses Jahres.