Das LITHOSKOP ist ein multifunktioneller Arbeitsplatz, bei dem sich Röntgenquelle und Therapiekopf um den Patienten drehen. Besonders vorteilhaft ist, dass die Patienten während des Eingriffs nicht mehr umgelagert werden müssen. Fast alle Behandlungen können in der für den Patienten komfortablen Rückenlage durchgeführt werden. Dadurch kann zügiger und sicherer gearbeitet werden, was wegen der begrenzt möglichen Kostenerstattung immer wichtiger wird. Außerdem werden die Daten digital gespeichert.
Professor Dr. Jens Rassweiler, Chefarzt der Klinik am Gesundbrunnen in Heilbronn, war in die Entwicklung des LITHOSKOP eingebunden und nutzt das System für die meisten urologischen und einige orthopädische Applikationen. Besonders positiv empfindet Rassweiler die vielen Optionen, die er durch die Multifunktionalität des LITHOSKOP hat. „Die Entscheidung für oder gegen eine Prozedur wird nicht mehr von der verfügbaren Ausstattung bestimmt, sondern allein von den medizinischen Notwendigkeiten“, erklärt der Urologe. Das zeigt sich auch bei der Behandlung von gutartigen Vergrößerungen der Prostata. Kleine Volumina schält Rassweiler mit der Elektroschlinge heraus und stellt sie über die Harnröhre sicher, bei größeren Volumina setzt er den Holmiumlaser ein. Weil alle Endoskopiesequenzen live präsentiert werden, hat er stets eine klare optische Kontrolle.
In der Klinik der Johannes-Gutenberg Universität Mainz nutzt das Urologieteam das LITHOSKOP trotz seiner Multifunktionalität hauptsächlich zur Stoßwellentherapie. Professor Dr. Joachim W. Thüroff, Chefarzt der Klinik, und Dr. Andreas Neisius haben seit der Installation vor zwei Jahren die Effektivität und Sicherheit der extrakorporalen Stoßwellentherapie in einer klinischen Studie mit Nierensteinen-Patienten überprüft. Laut Neisius benötigt man durchschnittlich nur 1,3 Behandlungen pro Patient, die Wiederbehandlungsrate liege bei 21 Prozent. Thüroff erklärt, warum das so wichtig ist: „Nach dem in Deutschland üblichen Entgeltsystem wird nur eine Stoßwellentherapie pro Patient bezahlt. Jede Wiederbehandlung geht zu Lasten der Klinik.“ Jeder Prozentpunkt schlägt laut Thüroff daher mit erheblichen Kosten zu Buche. Dank seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und der Effektivität bei der Behandlung hilft das LITHOSKOP dabei Kosten zu sparen und die Patientenversorgung zu verbessern.