Die Einführung von Diagnostic Related Groups (DRG) stellt an alle deutschen Krankenhäuser große Herausforderungen – so auch an die Ruppiner Kliniken gGmbH. Um die Zukunftsfähigkeit der Kliniken sicherzustellen, fokussiert die Geschäftsleitung darauf, zum einen die Qualität der medizinischen Versorgung stetig zu verbessern, zum anderen aber auch, die Leistungserbringung hinsichtlich Kosten und DRG-Erlösen zu steuern. Voraussetzung hierfür ist eine Transparenz der Kostentreiber in der Leistungserbringung. Daher beauftragten die Ruppiner Kliniken gGmbH ein Beraterteam von Siemens Healthcare Consulting, das Herzkatheterlabor als äußerst kosten- aber auch erlösintensiven Bereich im Hinblick auf Kosten-Benchmarking und Verbesserungspotenzial zu untersuchen.
Die Ruppiner Kliniken gGmbH zogen großen Nutzen aus den Empfehlungen der Siemens-Berater. Durch eine Kostenanalyse und ein durchgeführtes Benchmarking dreier Hauptprozesse des Herzkatheterlabors wurde in diesem Kernbereich der Klinik Transparenz hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit geschaffen. Workshops, Interviews und Prozessbeobachtungen spielten eine zentrale Rolle, um von neutraler Seite bestätigen zu können, dass im Herzkatheterlabor ein erfahrenes und eingespieltes Team effizient zusammenarbeitet und eine hohe Patientenorientierung vorliegt. Darüber hinaus konnten durch die Auswertung primär und sekundär erhobener Daten Optimierungspotenziale identifiziert und konkrete Handlungsempfehlungen für verschiedene Prozessabläufe abgeleitet werden.
Durch Interviews mit den verschiedenen Mitarbeitergruppen des Herzkatheterlabors und Stationen wurden die Abläufe für drei Hauptprozesse untersucht und vor allem Schnittstellen zum Herzkatheterlabor detailliert analysiert und dokumentiert. Ziel war es, die existierenden Zuweiser (intern und extern), die Art der durchgeführten Untersuchungen, die Vollständigkeit der Unterlagen aus ärztlicher und aus pflegerischer Sicht und mögliche Gründe für eventuelle Verzögerungen vor, während oder nach einem Eingriff aufzunehmen.
Im Rahmen dieser Interviews wurden nicht nur Prozesse sondern auch damit assoziierte Prozessbarrieren dokumentiert.
Interdisziplinäres Team
Schwerpunkte waren Analysen von Hindernissen im Zusammenhang mit Organisation und Abläufen im Herzkatheterlabor selbst und Verzögerungen an den Schnittstellen zu anderen Bereichen des Klinikums sowie zu externen Zuweisern.
Mithilfe der erhobenen Daten konnten die Siemens-Berater die dokumentierten Problembereiche gruppieren und darstellen. Eine interdisziplinäre Runde – bestehend aus den Beratern von Siemens, dem Ärztlichem Dienst, der Pflegedienstleitung, dem Pflegedienst des Herzkatheterlabors und der Station sowie dem Transportdienst – erarbeitete Lösungsansätze und priorisierte diese nach Umsetzungsaufwand und Wirkungskraft. Optimierungspotenziale konnten damit identifiziert und konkrete Handlungsempfehlungen und Prozessabläufe abgeleitet werden. Professor Dr. Dr. Kurt J. G. Schmailzl, Chefarzt der Medizinischen Klinik A, war überzeugt von der Arbeit der Siemens-Berater: „Die Tiefe der Analysen in diesem Projekt übertraf meine Erwartungen bei weitem.“