Spitzenstellung in der Tumorbehandlung: Anfang dieses Jahres wurde im Heidelberger Ionenstrahl Therapiezentrum (HIT) das weltweit erste drehbare Strahlenführungssystem für die Ionenstrahl-Therapie montiert. Im HIT, das sich momentan im Aufbau befindet, steht damit die erste Anlage, in der Patienten mit verschiedenen Protonen und Kohlenstoff-Ionen mittels einer Gantry behandelt werden können. Noch findet die Partikeltherapie des Klinikums Heidelberg in Darmstadt bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) statt. Doch schon 2008 wird unter Leitung von Professor Dr. Jürgen Debus, Ärztlicher Direktor der Strahlentherapie, das Verfahren für Patienten vor Ort angeboten werden. Jährlich soll dann mindestens 1.000 Patienten im Heidelberger Universitätsklinikum durch Partikeltherapie geholfen werden. Eine große Anzahl von Tumoren kann derzeit nicht behandelt werden, da sie resistent gegenüber konventioneller Bestrahlung sind oder in der Nähe von Risikoorganen liegen, die durch die Behandlung zu sehr in Mitleidenschaft gezogen würden. Die Behandlung mit Protonen und Kohlenstoff-Ionen lässt sich präzise auf den Tumor ausrichten und schont gesundes Gewebe. Vor allem Krebserkrankungen können nun gezielt bekämpft werden - ein Meilenstein in der Krebstherapie. Dazu werden Ionen auf beinahe zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und punktgenau im Tumor platziert. Dabei kann der Ionenstrahl bis zu 30 Zentimeter in das Gewebe eindringen und weicht höchstens einen halben Millimeter vom Zielpunkt ab. Die Vorteile dieses Verfahrens sind die exakt berechenbare Reichweite und die millimetergenaue Steuerung des Ionenstrahls. So werden kranke Zellen punktgenau getroffen, während das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Die Partikeltherapie eröffnet ganz neue Behandlungschancen: Sie ist besonders geeignet für Tumorerkrankungen, die in der Nähe von Risikoorganen (Gehirn, Wirbelsäule, Nervenbahnen) liegen oder aufgrund ihrer Lage bisher nur schwer oder gar nicht behandelbar waren. Ein weiterer Vorteil der Partikeltherapie ist, dass dieses Verfahren kaum Nebenwirkungen hervorruft. So ist ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus nur in Ausnahmefällen nötig.
Mit Lösungen von Siemens Building Technologies (SBT) können Gesundheitseinrichtungen dauerhaft Energie sparen. Nach genauer Analyse des Energieverbrauchs eines Krankenhauses wird festgestellt, wo und mit welchen technischen Mitteln Energie gespart werden kann. Die Einsparungen können entweder reinvestiert werden, beispielsweise in neue Bildgebungssysteme, oder helfen, Ausgaben niedrig zu halten. Am westpfälzischen Krankenhaus Kusel, das zur Westpfalz Klinikum GmbH gehört, tauschte SBT das 15 Jahre alte Energiesystem gegen ein kleines Blockheizkraftwerk aus, das sowohl Wärme als auch Strom produziert. Die Modernisierung hilft, den Energieverbrauch bei der Beleuchtung zu reduzieren, und optimiert den Betrieb der Klimaanlage. Durch diese Neuerungen spart das Krankenhaus pro Jahr bis zu 26 Prozent der früheren Energieausgaben. Die Eigenproduktion von Energie reduziert nicht nur Kosten, sondern bewirkt auch einen Energieüberschuss im Wert von 18.000 Euro pro Jahr. Dieser kann mit externen Energiekosten verrechnet werden. Zudem wird die Schadstoffemission stark reduziert: Das Krankenhaus in Kusel spart jetzt jährlich über 1.000 Tonnen CO2-Emissionen ein - das sind 31 Prozent. Finanziell gesehen bietet das Modell deutliche Einsparungen im Budget und Finanzierungsmöglichkeiten unabhängig von Bankkrediten. Die Möglichkeit, Energie zu sparen und dadurch modernste medizinische Ausstattung zu finanzieren, finden auch andere Kunden attraktiv. Momentan erstellt SBT eine Analyse für das Universitätskrankenhaus Homburg-Saar. Bei einem Energiesparprojekt mit SBT können je nach Krankenhaus und Alter der Anlagen bis zu 20 Prozent und mehr an Energieausgaben eingespart werden.
Am Tübinger Uniklinikum ist ein neuer Forschungsbereich mit verschiedenen Technologien zur Untersuchung von Kleintieren entstanden. Nach Aussagen der Klinik ist der Mittelpunkt des Projekts ein einzigartiges Miniatur-Magnetresonanz-(MR-)Bildgebungssystem für Mäuse und Ratten, das es dem Klinikum ermöglicht, die Effektivität neuer Medikamente auszuwerten. Der neue ClinScan 7 Tesla ist seit Ende 2006 in Betrieb und schließt die Lücke zwischen klinischer und vorklinischer Forschung. ClinScan ist ein Magnetresonanztomograph (MRT), der entwickelt wurde, um die translatorische Forschung von den Mäusen zum Menschen in der präklinischen und molekularen Bildgebung zu unterstützen. Er ist mit speziell auf Kleintiere ausgerichteten Bedienungselementen ausgestattet, die eine hohe Durchsatzrate sowie Schutz und Überwachung der Tiere garantieren. ClinScan ist die Lösung der Firma Bruker BioSpin Ltd. für den wachsenden Markt von Forschungs-MRT-Systemen, die eine direkte und schnelle Übertragung von präklinischen Studien an Tiermodellen auf klinische Studien am Menschen möglich macht. Aufgrund der strategischen Zusammenarbeit von Bruker BioSpin und Siemens Medical Solutions nutzt ClinScan die einzigartige Siemens-Benutzeroberfläche syngo®. Deren Arbeitsweise ist identisch mit jener eines Siemens MAGNETOM®-Systems mit Tim® (Total imaging matrix). syngo ermöglicht eine direkte Übertragung der Ergebnisse vom Labortisch ans Krankenbett und umgekehrt. Die Applikationen des Tier-MRT stimmen mit denen des Humansystems weitgehend überein. Deshalb ist es möglich, in der Forschung entwickelte diagnostische Methoden und Softwareprogramme auf den Klinikalltag zu übertragen. Abläufe und Datenprotokolle wurden den spezifischen Anforderungen der MR-Bildgebung von Tieren angepasst. Kurzum: In Tübingen ist ein einzigartiges Labor für präklinische Bildgebung und Bildgebungstechnologie entstanden.
Die Möglichkeit, den Weg einer Blutkonserve uneingeschränkt kontrollieren und nachzuvollziehen, ist ein wichtiges Anliegen von Blutbanken und Blutspendeorganisationen. Dafür hat Siemens gemeinsam mit der Schweizer Electronic AG und MacoPharma ein revolutionäres Kontroll- und Überwachungssystem entwickelt, das mit Radio Frequency Identification (RFID) arbeitet. Die Funkchips mit integriertem digitalem Sensor, Speichermodus und Akku werden Transfusionen künftig viel sicherer machen. Zum einen stellen sie die korrekte Übermittlung der Blutkonserve vom Spender zum Empfänger sicher: Mit der Identifikation über die Funkchips ist ein Verwechseln der Konserven nahezu ausgeschlossen. Zum anderen garantiert das System eine stabile Temperatur, indem ein Sensor regelmäßig die Kühlkette kontrolliert. Bisher mussten Blutkonserven oft vernichtet werden, weil die Temperatur gar nicht oder nur mangelhaft überwacht werden konnte. Die Spezialisten von Siemens aus Nürnberg und Wien beschäftigen sich derzeit mit der Entwicklung von RFID-Etiketten für Blutbeutel. Hierfür sind Temperatursensoren an den Blutbeuteln befestigt, und die Temperatur ist jederzeit mit einem funkbasierten Lesegerät abrufbar. Gleichzeitig stellt die Wiederverwendbarkeit der RFID-Etiketten eine kostengünstige Lösung dar. Die Etiketten müssen extremen Bedingungen standhalten können: Bei der Herstellung müssen sie einen Sterilisations- und Pasteurisierungsprozess überstehen. Beim Verarbeiten werden die Blutbeutel zudem mit einer bis zu 5.000-fachen Erdbeschleunigung zentrifugiert und teilweise bestrahlt. Diese Belastungen werden auch im Siemens-Projekt simuliert. Haben die RFID-Etiketten diese Tests in der Abteilung für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin der Medizinischen Universität Graz bestanden, müssen sie nach dem Ende des Projekts noch von den Zulassungsbehörden für den kommerziellen Gebrauch geprüft werden. Im Anschluss daran sollten die Blutbeutel 2008 für den Einsatz bereit sein.
In den vergangenen Jahren hat sich die kardiale Bildgebung drastisch verändert. Neue Methoden wie die Computertomo-graphie-(CT-) und Magnetresonanztomographie-(MRT-)Diagnostik können heute viele klinische Fragen in der Kardiologie beantworten und sind eine Alternative zu den etablierten Verfahren wie Koronarangiographie, Echokardiographie und Nuklearmedizin geworden. Aber auch diese bildgebenden Verfahren haben sich weiterentwickelt und können inzwischen viele klinische Fragen klären, die vor ein paar Jahren noch nicht beantwortet werden konnten. Ein Beispiel ist die Bestimmung der Myokardperfusion mittels Echokardiographie. Um interessierten Kunden einen umfassenden Überblick über das komplexe Feld kardialer Bildgebung zu ermitteln, hat Siemens European Sales eine interaktive DVD mit dem Titel "Sichtbare Ergebnisse in der Kardiologie" zusammengestellt, die das Thema aus einem klinischen Blickwinkel darstellt. Die DVD bietet umfassende Informationen zu sämtlichen klinisch relevanten Fragen und erklärt detailliert, inwiefern die einzelnen bildgebenden Verfahren helfen, diese zu beantworten. Neben zahlreichen klinischen Beispielen wird auch ein aktueller Überblick über den jeweiligen wissenschaftlichen Stand gegeben, zum Beispiel bei Koronardiagnostik mit CT, Vitalitätsdiagnostik mit MRT oder Klappendiagnostik mit Echokardiographie.
Das Strahlentherapiezentrum in Altötting praktiziert einen papierlosen Arbeitsablauf. In kürzesten Abständen erscheinen neue Krebspatienten in den heilungsfördernd gestalteten Räumlichkeiten des oberbayerischen Wallfahrtsortes. Der leitende Strahlenmediziner Dr. Bertram Rosskopf und seine gerade einmal vier Mitarbeiter meistern dies ohne Probleme - und ohne Aktenchaos auf dem Schreibtisch. Gründe dafür ist eine zehn Megabyte starke Remote-Verbindung und ein Praxiskonzept, das dank der Unterstützung von Siemens Medical Solutions den Arbeitsablauf deutlich effizienter gestaltet. Die Praxis für Strahlentherapie in Altötting ist eine von neun radiologischen Praxen eines richtungweisenden Gesundheitsunternehmens. Mithilfe der Remote-Anbindung werden sämtliche Patientendaten in die Zentrale nach Passau übertragen und dort archiviert. Die Zeit für den sonstigen Papierkram kommt in Altötting dem Patienten zugute. Siemens war von der Idee der niedergelassenen Praxis überzeugt. Gemeinsam erstellte man einen ausgefeilten Businessplan, bei dem der Mehrwert für den Patienten im Vordergrund steht. "So muss Medizin eigentlich sein", befindet Geschäftsführer Dr. Stefan Braitinger. "Durch die Strukturierung aller Prozesse und die nahtlose Integration aller Anwendungen und Arbeitsschritte haben wir einen unglaublich effektiven Workflow geschaffen." Ergebnis: bessere Wirtschaftlichkeit für das Unternehmen, mehr Aufmerksamkeit für den Patienten. Die Strahlentherapie in Altötting hat noch mehr zu bieten. Die Architektur des Flachbaus ist mutig und einzigartig, und dank des starken Lösungsanbieters Siemens kann man technologisch auch mit großen Krankenhäusern mithalten. So ist dort beispielsweise seit kurzem die neueste MVision™-Technik im Einsatz, die eine genauere Patientenpositionierung und Behandlung ermöglicht - gerade im Falle der intensitätsmodulierten Strahlentherapie (IMRT).
Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) hat das Potenzial, Prozesse im Gesundheitssystem entscheidend zu optimieren. Eine Pflichtanwendung der eGK ist das elektronische Rezept (eRezept). Das eRezept gehört zu den gesetzlich vorgeschriebenen und von der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) spezifizierten Pflichtdiensten der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland. Derzeit laufen hierzu die ersten Feldversuche mit ausgewählten Apotheken an, bei denen auch der CardOS HealthCare Connector von Siemens Medical Solutions als Prototyp zum Einsatz kommt. Ziel der Feldversuche in einer Echtzeit-Muster-umgebung ist es unter anderem, zu zeigen, wie der Übernahmeprozess der eRezepte in die Warenwirtschaft ablaufen kann oder welche Schritte für die Apotheken erforderlich werden, wenn sie keine Papierrezepte mehr verarbeiten müssen. Im Rah-men einer Kooperation von Siemens Medical Solutions, der VSA-Unternehmens-gruppe als einem Lieferanten für Apothekenverwaltungssysteme sowie der Omnikey GmbH, Hersteller von Secure Interoperable ChipCard Terminals (SICCT), wurde die erforderliche Warenwirtschafts-Software für die Testumgebung an die Anforderungen der Deutschen Gesundheitskarte angepasst und an die gematik geliefert. Bereits Anfang 2007 stellte Siemens als Lieferant der Gesamt-Test-umgebung ein Echtzeitsystem zur Verfügung, das die gematik-Vorgaben für das eRezept in vollem Umfang erfüllt. Der CardOS HealthCare Connector übernimmt in Zukunft die Koordination des Apothekenverwaltungssystems mit Kartenlesegeräten sowie den Telekommunikationsanschluss (beispielsweise DSL-Router) und sorgt für die Übertragung vertraulicher Daten auf höchstem Sicherheitsniveau. Zu seinen Grundfunktionen gehört es, dass ausschließlich verifizierte eRezepte entsprechend den vorliegenden Berechtigungen geschrieben, ausgelesen und verwendet werden dürfen. Dieser Dienst ermöglicht künftig mehr Therapiesicherheit bei der Arzneimittelverordnung und wird dazu beitragen, Doppelverschreibungen und unerwünschte Wechselwirkungen von Arzneimitteln zu vermeiden.