Siemens Healthcare hat in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) einen neuartigen Test für den Von-Willebrand-Faktor entwickelt, ein Protein, das für die Blutgerinnung wichtig ist. Der neue Aktivitätstest misst, ob das Eiweiß in ausreichender und korrekter Form gebildet wird, und soll dazu beitragen, das Von-Willebrand-Syndrom leichter als bisher zu diagnostizieren. Er könnte den Ristocetin-Cofaktor-Test ersetzen, der momentan ein elementarer Baustein für die Von-Willebrand-Faktor-Diagnostik ist. Der Aktivitätstest von Siemens und UKE ist inzwischen zum Patent angemeldet und soll in den nächsten Jahren medizinischen Labors zur Verfügung stehen.
Das Von-Willebrand-Syndrom gehört zu den weniger bekannten Krankheitsbildern. Dabei handelt es sich um die häufigste erbliche Blutgerinnungsstörung. In Deutschland ist etwa ein Prozent der Bevölkerung betroffen, wobei die Blutungsneigung unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Ursache der Blutungsneigung ist die zu geringe oder fehlerhafte Bildung des Von-Willebrand-Faktors. Aufgrund der Vielfalt der klinischen Symptomatik ist es oft nicht leicht, das Von-Willebrand-Syndrom eindeutig zu identifizieren. Für eine endgültige Diagnose sind mehrere Spezialtests und manchmal auch eine Genmutationsanalyse notwendig.
Damit das Von-Willebrand-Syndrom schneller und einfacher erkannt werden kann, haben Siemens Healthcare und das UKE einen neuen Aktivitätstest für den Von-Willebrand-Faktor entwickelt, ein für die Blutgerinnung wichtiges Protein. „Der neue Test wird quantitative und funktionelle Defekte des Von-Willebrand-Faktors sehr viel sicherer und schneller erfassen als bisherige Suchtests. Das wird die Diagnosefindung sehr erleichtern, was letztlich dem Patienten zugute kommt“, sagte Prof. Dr. Reinhard Schneppenheim vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, einer der Entwickler des Tests.
„Mit Hilfe dieses innovativen Tests und des schnellen PFA-100-Systems von Siemens Healthcare können Risikopatienten vor einer Operation identifiziert und deren Blutungsneigung sofort therapeutisch behandelt werden“, sagte Dr. Carola Wagner, Senior Manager im Scientific Marketing bei Siemens Healthcare.
Das PFA-100-System ist ein Analyzer von Siemens Healthcare, der Informationen zu wichtigen klinischen Fragestellungen der primären Hämostase liefert.
Der Siemens-Sektor Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen und führend in der medizinischen Bildgebung, Labordiagnostik, Krankenhaus-Informationstechnologie und bei Hörgeräten. Siemens bietet seinen Kunden als einziges Unternehmen Produkte und Lösungen für die gesamte Patientenversorgung unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Durch eine Optimierung der klinischen Arbeitsabläufe, die sich an den wichtigsten Krankheitsbildern orientiert, sorgt Siemens zusätzlich dafür, dass das Gesundheitswesen schneller, besser und gleichzeitig kostengünstiger wird. Siemens Healthcare beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2008 (bis 30. September) erzielte der Sektor einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro und ein Ergebnis von 1,2 Milliarden Euro. Weitere Informationen unter: www.siemens.com/healthcare.